Unternehmenspraxis + Studie
ZIWIUMBRI
Wege in die Praxis
Viele Unternehmen sehen die Chancen der Circular Economy. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung liegen Barrieren: fehlendes Wissen, unterschiedliche Ausgangsbedingungen oder Unsicherheiten bei Strategie und Wirtschaftlichkeit. Genau hier setzt die Studie Zirkuläre Wirtschaft in Unternehmen in die Umsetzung bringen (ZiWiUmbri) an. Im Auftrag von Umwelttechnik BW und gemeinsam mit dem Steinbeis-Beratungszentrum Circular Economy haben wir untersucht, welche Hindernisse Unternehmen in Baden-Württemberg aufhalten und welche Wege ihnen den Einstieg in die Praxis erleichtern können.

Ausgangslage
Zirkuläres Wirtschaften gilt als ein entscheidender Hebel, um Ressourcenverbrauch, Abfallprobleme und Umweltbelastungen zu reduzieren. Gleichzeitig ist klar: Für Unternehmen ist die Transformation zur Circular Economy kein Selbstläufer. Sie erfordert neue Kompetenzen, Investitionen und veränderte Denk- und Handlungsweisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Während einige Unternehmen bereits Pilotprojekte gestartet haben, bleibt die breite Umsetzung oft fragmentiert. Uneinheitliche Wissensstände, fehlende Strukturen und die Unsicherheit über wirtschaftliche Tragfähigkeit erschweren den Schritt von der Vision in die Praxis.
Der Projektansatz
ZiWiUmbri sollte diese Lücke genauer beleuchten: Welche Hürden stehen im Weg, wie verteilt sich Wissen innerhalb und zwischen Unternehmen, und welche Unterstützung wird tatsächlich gebraucht?
Um Antworten zu finden, haben wir zwei methodische Zugänge kombiniert:
- 21 Unternehmen aus 12 Branchen wurden in qualitativen Interviews befragt – darunter Global Player ebenso wie mittelständische und kleine Betriebe.
- 11 Wirtschaftsförderungen aus Baden-Württemberg nahmen an Fokusgruppen teil und gaben Einblick, wie sie das Thema Circular Economy aufgreifen und welche Beobachtungen sie bei Unternehmen in ihrem Umfeld machen.
So entstand ein facettenreiches Bild der Barrieren und Potenziale – differenziert nach Branchen, Unternehmensgrößen und Reifegraden.

Ergebnisse: Barrieren und Hebel
Die Analyse bestätigt eine zentrale Hypothese: Ungleiche Wissensstände und fehlender Austausch innerhalb von Unternehmen wie auch entlang der Wertschöpfungsketten sind zentrale Hemmnisse der Transformation.
- Frühe Reifegrade (Bewusstseinsbildung, Erkundung): Unternehmen kämpfen vor allem mit fehlender Priorisierung, Wissenslücken und der Schwierigkeit, erste konkrete Anwendungsfälle zu definieren.
- Mittlere Reifegrade (Umsetzung, Integration): Hier treten interne Widerstände, fehlende Prozesse, Datenmangel und Fragen nach Skalierung in den Vordergrund.
- Fortgeschrittene Unternehmen (Optimierung): Sie stoßen an systemische Grenzen durch fehlende politische Leitplanken, Unsicherheiten bei regulatorischen Vorgaben oder der mangelnde Zugang zu Sekundärrohstoffen.
Über alle Stufen hinweg zeigt sich: Ressourcen sind entscheidend – nicht nur finanziell, sondern auch in Form von Zeit, Kompetenzen und Management-Unterstützung.
Gleichzeitig haben die Gespräche gezeigt, welche Hebel wirken können. Unternehmen wünschen sich konkrete Best-Practice-Beispiele, niedrigschwellige Informationsformate für den Einstieg, Werkzeuge zur Bewertung der Zirkularität, aber auch Cluster-Initiativen, die Kooperation und Austausch systematisch ermöglichen.
Projektlaufzeit
Start Dezember 2024 – Ende März 2025
Partner & Förderer



Wirkung & Ausblick
Die Ergebnisse der Studie liefern erstmals eine systematische Übersicht über die Hürden und Bedarfe von Unternehmen in Baden-Württemberg. Sie machen sichtbar, dass die Transformation zur Circular Economy nicht allein auf Ebene einzelner Betriebe gelingen kann, sondern gezielte Unterstützung auf mehreren Ebenen braucht:
- Mikroebene: praktische Hilfen für Unternehmen, um Wissen aufzubauen, Mitarbeitende zu befähigen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
- Mesoebene: Plattformen, Netzwerke und regionale Cluster, die Kooperation entlang der Wertschöpfungsketten fördern.
- Makroebene: klare Leitplanken, regulatorische Anpassungen und Fördermechanismen, die den Wandel beschleunigen.
Die Ergebnisse von ZiWiUmbri sind damit ein wichtiger Impulsgeber für die weitere Arbeit zur Circular Economy in Baden-Württemberg. Sie fließen in die Strategien und Programme von Umwelttechnik BW ein und schaffen eine Grundlage, um Unternehmen künftig passgenauer zu unterstützen:
- Wirtschaftsförderungen können die Erkenntnisse nutzen, um ihre Angebote für Unternehmen zielgerichtet weiterzuentwickeln.
- Politik und Verwaltung erhalten Hinweise, wo rechtliche und fördertechnische Rahmenbedingungen angepasst werden sollten.
Unternehmen profitieren von klarerer Orientierung, Best-Practice-Beispielen und neuen Angeboten für Austausch und Kooperation wie etwa im Rahmen der Entwicklung von Circular Länd, wo die Erkenntnisse aus ZiWiUmbri direkt einfließen.
Kontakt
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Carina Wanninger
Projektleitung ZiWiUmbri
carina@circular-blackforest.de


