Rohstoffsicherung + Vorstudie

ROHSTOFFSICHERUNG
in Baden-Württemberg

Die Sicherung von Rohstoffen wird zunehmend zu einer strategischen Aufgabe. Globale Krisen, geopolitische Spannungen und unterbrochene Lieferketten zeigen, wie abhängig viele Branchen von Primärmaterialien sind. Besonders für industriestarke Regionen wie Baden-Württemberg ist der Aufbau zirkulärer Materialflüsse als wirtschaftliche Notwendigkeit und als Beitrag zur Resilienz industrieller Wertschöpfung daher zentral. 

Als Teil der Landesinitiative Circular Länd knüpft das Projekt Rohstoffsicherung Baden-Württemberg genau hier an. Aus einem initialen Workshop zur Zirkuläre Geschäftsmodelle denken – gemeinsam und im Ökosystem (KooZirGe) im Juli 2025 hervorgegangen, wird die Initiative nun als Vorstudie Rückführung & zentrale Wiederaufbereitung (RüZeWi) fortgeführt. Ziel ist es, zu untersuchen, wie Unternehmen in Baden-Württemberg durch gemeinsame Rückführungsstrukturen und zentrale Aufbereitungsorte ihre Materialkreisläufe sichern und Effizienzen schaffen können. 

Das Projekt wird durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg gefördert und im Auftrag von Umwelttechnik BW durchgeführt. Circular Black Forest und das Steinbeis Beratungszentrum Circular Economy begleiten die inhaltliche Durchführung und Einbindung regionaler Akteure. 

Der Projektansatz

Die Vorstudie Rückführung & zentrale Wiederaufbereitung (RüZeWi) bereitet den nächsten Schritt für eine Industriestudie zur Rohstoffsicherung in der zirkulären Wirtschaft Baden-Württembergs vor. Ziel ist es, zentrale Fragen zur Rückführung, Aufbereitung und gemeinsamen Nutzung von Materialien systematisch zu klären, insbesondere entlang der Wertschöpfungsketten im Maschinenbau und der Automobilindustrie. 

Die leitende Hypothese: Zentrale Orte für die Konsolidierung und Erstaufbereitung von Teilen schaffen Effizienzen für alle Beteiligten. 
 
Auf dieser Basis werden in der Vorstudie drei Phasen durchlaufen:

1. Vorbereitung 

  • Schaffung rechtlicher und methodischer Rahmenbedingungen (z. B. NDAs, Datennutzung) 
  • Identifikation und Einbindung relevanter Akteure in ein Minimum Viable Ecosystem 
  • Durchführung eines gemeinsamen Kick-offs zur Rollenklärung und Prozessdefinition 

2. Erarbeitung der Vorstudie 

  • Analyse von Kosten- und Logistikstrukturen 
  • Bewertung, ab welchen Wert- und Mengengrenzen Rückführungen wirtschaftlich sinnvoll sind 
  • Entwicklung von Geschäftsmodellen für Kooperationen zwischen OEMs, Zulieferern und Aufbereitern 
  • Definition von Arbeitspaketen, Verantwortlichkeiten und Kostenrahmen für die spätere Industriestudie 

3. Ergebnissicherung und Dokumentation 

  • Laufende Sicherung von Entscheidungsgrundlagen und Prozessergebnissen 
  • Aufbereitung der Resultate in einem finalen Studiendesign 
  • Entwicklung einer belastbaren Grundlage für die Umsetzung der Industriestudie 

Projektlaufzeit

September 2025 – März 2026

Partner & Förderer

Wirkung und Nutzen

Das Projekt schafft die Grundlage, um Rohstoffflüsse in Baden-Württemberg langfristig zu sichern und industrielle Abhängigkeiten zu reduzieren. Durch die enge Zusammenarbeit von Unternehmen, Forschung und intermediären Akteuren entsteht ein praxisnahes Fundament für zirkuläre Geschäftsmodelle, die über einzelne Unternehmensgrenzen hinaus wirken. 
Kurzfristig wird untersucht, wie Rückführungsprozesse organisiert und wirtschaftlich gestaltet werden können. Mittelfristig soll auf dieser Basis eine Industriestudie folgen, in der reale Produktgruppen und Wertschöpfungsketten gemeinsam erprobt werden. 
Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur Rohstoffsicherung des Landes und zeigt, wie kooperative Modelle den Übergang in eine zirkuläre Wirtschaft beschleunigen können. 

Kontakt

Interesse,

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Anna Reiners
Projektleitung Rohstoffsicherung BaWü
anna@circular-blackforest.de