Kommunale Entwicklung + Match Making
CIRCULAR CITY CHALLENGE
Zirkuläre Lösungen für klimastarke Städte und Kommunen
Städte stehen im Zentrum des Wandels hin zu mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung. Studien zeigen, dass die Art, wie Produkte hergestellt und genutzt werden, zwischen vierzig und achtzig Prozent der globalen Treibhausgasemissionen beeinflusst. Damit haben Städte eine Schlüsselrolle bei der Förderung zirkulärer Produktionsweisen und Konsummuster. Sie sichern wirtschaftliche Stabilität, schaffen Arbeitsplätze und gestalten urbane Lebensqualität. Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen und der Bevölkerung können sie entscheidend dazu beitragen, Emissionen zu senken und langfristig lebenswerte Räume zu schaffen.
Hier setzt die Circular City Challenge an. Sie bringt Kommunen und Lösungsanbieter zusammen, um den Weg zur urbanen Circular Economy zu ebnen. Städte formulieren ihre Herausforderungen, Unternehmen entwickeln und präsentieren konkrete Lösungen. Das Ziel ist es, Innovationen in die Praxis zu bringen und die Transformation voranzutreiben.

Der Projektansatz
Die Circular City Challenge hatte das Ziel, innovative zirkuläre Lösungen sichtbar zu machen und ihre Umsetzung in Städten und Kommunen voranzubringen. Dabei stand der Beitrag zur urbanen Transformation hin zu Klimaneutralität im Mittelpunkt. Der Ansatz kombinierte die Arbeit mit kommunalen Partnern, die Definition konkreter Herausforderungen und die Suche nach geeigneten Lösungen aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft.
Im Mittelpunkt standen drei Zielsetzungen:
- Innovative Lösungen der Circular Economy identifizieren, die eine messbare Wirkung auf die Klimabilanz haben und auf kommunaler Ebene umgesetzt werden können.
- Ein Netzwerk von Kommunen aufbauen, um Erfahrungen auszutauschen und die Einführung der Circular Economy zu beschleunigen.
- Barrieren und Hindernisse für die Umsetzung sichtbar machen, um darauf aufbauend längerfristige Strategien zu entwickeln.
Um diese Ziele zu erreichen, wurde das Projekt in fünf Phasen strukturiert:
- Partner-Onboarding und Definition von Herausforderungen
Gemeinsam mit den beteiligten Kommunen wurden konkrete Bedarfe erarbeitet, etwa im Bereich Bauprozesse, Energie, Lebensmittel, Industriegebiete, Veranstaltungen oder Abfallwirtschaft. Insgesamt beteiligten sich 17 kommunale Partner, die 17 Herausforderungen in acht Handlungsfeldern benannten.
- Einreichung von Lösungen
Über einen internationalen Aufruf wurden in drei Monaten mehr als 120 Lösungsansätze eingereicht. Unterstützt wurde dieser Prozess durch eine breit angelegte Kommunikationskampagne und ein Netzwerk von 35 Multiplikatoren.
- Bewertung der Lösungen
In einem Jury-Prozess prüften die kommunalen Partner die Vorschläge nach Relevanz, Klimawirkung, lokaler Umsetzbarkeit und Beitrag zur Circular Economy. 33 Lösungsanbieter wurden zum Pitch eingeladen, 23 Ansätze als besonders vielversprechend ausgewählt.
- Begleitung der Umsetzung
In Kooperationen zwischen Kommunen und Lösungsanbietern wurden Pilotprojekte angestoßen, unter anderem in Stuttgart, Berlin, Zeuthen und Wien. Herausforderungen wie knappe Ressourcen, fehlende Umsetzungskompetenzen und interne Abhängigkeiten machten deutlich, wie wichtig Koordination und strategische Allianzen sind.
- Training und Vernetzung
Ergänzend fanden Trainings und Networking-Sessions statt, die kommunale Mitarbeitende mit Wissen und Werkzeugen rund um die Circular Economy ausstatteten. 62 Personen nahmen teil, 17 davon neu aus dem kommunalen Bereich.
Dieser Ansatz machte deutlich, dass Circular Economy in Städten und Kommunen nur dann erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn Wissen, praktische Lösungen und partnerschaftliche Zusammenarbeit ineinandergreifen.
Die Circular City Challenge folgte einem klaren Ablauf, der alle Beteiligten aktiv einbindet
- Städte definieren ihre konkreten Bedarfe und benennen die Bereiche, in denen sie zirkuläre Lösungen benötigen.
- Lösungsanbieter reichen ihre Konzepte ein. Diese werden geprüft, bewertet und in einem Pitch-Format vorgestellt.
- Städte und Lösungsanbieter kommen in einem Matchmaking-Prozess zusammen. In Trainings, Workshops und Projekten werden die besten Ideen weiterentwickelt und in die Praxis überführt.
Was konkret passierte

Projektlaufzeit
Die Circular City Challenge lief in zwei Durchläufen von November 2021 bis Juni 2022 sowie März 2023 bis Mai 2024. In dieser Zeit wurden Städte, Kommunen und Lösungsanbieter vernetzt, gemeinsame Schwerpunkte erarbeitet und konkrete Ansätze für die Umsetzung entwickelt.
Partnerinnen und Partner
Getragen wurde die Circular City Challenge von Circular Berlin, Circular Munich, Materialkreislauf, Circonnact und Circular Black Forest. Weitere Partner waren Creative Climate Cities und Fab City Hamburg.
Beteiligt waren außerdem zahlreiche kommunale Partner, darunter Berlin, München, Stuttgart, Wien, Zeuthen und der Schwarzwald. Ergänzend nahmen auch Leipzig, Hamburg und der Kreis Lippe teil. Durch diese breite Vernetzung konnten Erfahrungen aus unterschiedlichen städtischen und kommunalen Kontexten in die Challenge einfließen.
Das Projekt erhielt teilweise Förderung durch den Stuttgarter Klimainnovationsfonds, weshalb Stuttgart in der Umsetzung eine zentrale Rolle einnahm.
Wirkung und Erkenntnisse
Die Circular City Challenge hat gezeigt, dass zirkuläre Transformation nur durch Partnerschaften gelingt. Kommunen stehen oft vor knappen Budgets, begrenztem Personal und fehlenden Entscheidungskompetenzen. Gleichzeitig haben Unternehmen nicht immer ein ausreichendes Verständnis für die spezifischen Bedarfe der Städte. Der Austausch im Rahmen der Challenge half, diese Barrieren sichtbar zu machen und Wege für eine gemeinsame Umsetzung zu entwickeln.
Die Erfahrungen verdeutlichen, dass Circular Economy ein Querschnittsthema ist, das nur durch abteilungsübergreifendes Arbeiten vorangebracht werden kann. Strategische Bündnisse und zentrale Anlaufstellen in den Kommunen sind entscheidend, um zirkuläre Lösungen langfristig zu verankern.
Die Circular City Challenge hat zudem wichtige Pilotprojekte angestoßen:
- In Stuttgart wurde ein Ressourcenzentrum entwickelt, das Bauteile für den Wiedereinsatz vorbereitet.
- Ebenfalls in Stuttgart wird geprüft, wie Betonfertigteile aus dem Rückbau einer Stadiontribüne als Treppe am Neckarufer wiederverwendet werden können.
- In Zeuthen wurde eine Pilotphase zur Analyse von Gebäudeenergiedaten gestartet.
- In Berlin-Neukölln wurde die Zusammenarbeit mit der Global Goals Directive initiiert.
- In Wien fand ein Workshop zur Einführung eines lokalen Mehrwegsystems für die Gastronomie statt.
Diese Beispiele machen deutlich, dass urbane Klimaneutralität nur mit innovativen, zirkulären Ansätzen erreichbar ist und dass interkommunale Kooperationen dabei eine zentrale Rolle spielen.
Ausblick
Die Circular City Challenge hat den Grundstein für neue Formen der Zusammenarbeit gelegt. Künftig sollen die gewonnenen Erkenntnisse in Schulungen, Informationsveranstaltungen und Vernetzungsformaten weitergegeben werden. Ziel ist es, Kommunen zu befähigen, als Netzwerke oder Multiplikatoren für Lösungsanbieter zu agieren und so die urbane Transformation dauerhaft zu stärken.
Weiterlesen zum Projekt
Hier gibt es das Circular City Challenge Guide Book – ein praxisnaher Leitfaden für die Durchführung eigener Challenges.
Kontakt
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Anna Reiners
Projektmanagement Circular City Challenge
anna@circular-blackforest.de


